In welchem Lebensbereich bist du Everybody's Darling?
Immer gemocht werden zu wollen, ist selten ein Zustand, der überall gleich stark wirkt. Meistens gibt es einen oder zwei Lebensbereiche, in denen du dich besonders schnell kleiner machst, während du dir in anderen erstaunlich klar und stimmig bleibst. Schau dir die folgenden vier Bereiche an und achte darauf, wo du dich am ehesten wiedererkennst.
Deine Berufswelt
Du nickst in Meetings zu Entscheidungen, denen du eigentlich widersprechen willst, weil ein Widerspruch sich anfühlt, als würdest du dich damit unbeliebt machen oder als „schwierig" gelten.
Oft merkst du es erst am Ende des Tages, wenn du erschöpfter von all dem bist, was du nicht gesagt hast, als von dem, was du tatsächlich geleistet hast.
Tipp: Nimm dir vor, in der kommenden Woche einmal bewusst eine abweichende Meinung zu vertreten, auch wenn sich das unbequem anfühlt. Frag dich außerdem vor dem nächsten Meeting:
Wessen Erwartung versuche ich hier eigentlich zu erfüllen, und ist das überhaupt meine Aufgabe?
Familiendynamiken
Du übernimmst wie selbstverständlich die Rolle der Vermittlerin, sogar in Konflikten, die dich eigentlich gar nichts angehen, nur damit am Familientisch wieder Ruhe einkehrt. Häufig zeigt sich das erst daran, dass du selbst noch aufgewühlt bist, wenn sich alle anderen längst wieder vertragen haben.
Du traust dich nicht zu 100 % du zu sein, weil du befürchtest, dass dich keiner nachvollziehen kann und du keine Disharmonie kreieren möchtest.
Tipp: Lass einen Familienkonflikt diese Woche bewusst bei den Beteiligten, anstatt ihn zu deinem eigenen zu machen. Wenn der Impuls zu vermitteln hochkommt, warte bewusst drei Atemzüge, bevor du eingreifst, und beobachte, ob es wirklich deine Vermittlung braucht oder ob sich die Sache auch ohne dich klärt.
Überlege dir, in welcher Situation du eine Grenze ziehen oder etwas von dir preisgeben möchtest, das noch niemand weiß. Tue dies und beginne mit leichten Dingen, aber übe dich darin, deine Wahrheit zu leben.
In Freundschaften
Du sagst „Ja, gerne" zu Verabredungen, auf die du eigentlich keine Lust hast, weil sich ein Nein für dich wie Zurückweisung oder wie ein kleiner Verrat an der Freundschaft anfühlt, obwohl niemand das von dir verlangt hat.
Du traust dich nicht, bestehende Verabredungen zu canceln, einfach weil du sie nicht mehr fühlst.
Tipp: Sag diese Woche einmal bewusst Nein zu etwas, ohne dich anschließend stundenlang dafür zu rechtfertigen. Übe dabei gerne den Satz „Das passt diese Woche nicht für mich" als vollständige, in sich stimmige Antwort, ganz ohne Zusatz.
Oder sage ab, wenn du etwas nicht mehr fühlst, mit Worten wie:
“Ich möchte unser Treffen absagen, ich brauche Zeit für mich.”
Auf partnerschaftlicher Ebene
Du passt deine Meinung, deinen Geschmack oder sogar deine Bedürfnisse in der Partnerschaft leise an, damit bloß keine Disharmonie entsteht, manchmal so subtil, dass du selbst irgendwann nicht mehr genau weißt, was eigentlich deine eigene Präferenz gewesen wäre.
Tipp: Sprich in einem Gespräch eine kleine, echte Präferenz aus, die du sonst eher für dich behalten hättest, auch wenn sie nicht ganz zur Stimmung passt.
Frag dich am Abend zusätzlich:
Welchem Wunsch bin ich heute nicht nachgegangen, nur um Ruhe zu haben?
Außerdem kannst du bei jeder Entscheidung, in der du mitgehst, einen kurzen Check-In machen und dich fragen:
“Bin ich so flexibel und es passt für mich aus reinem Herzen oder verbiege ich mich gerade, damit es nicht anstrengend wird?”
Es ist nichts verkehrt daran, wenn du flexibel und anpassungsfähig bist, solange du dabei kein Störgefühl hast und deine Bedürfnisse nicht übergehst.