Zwei Wochen vor diesem Neumond stand der Vollmond im Stier in einem T-Quadrat mit Pluto. Viele von uns haben diese Zeit wie einen Herbststurm erlebt, der all das aus dem Leben geweht hat, was sich nicht mehr halten ließ. Merkur und Venus sind noch immer rückläufig, und im Löwen baut sich eine bedeutsame Konjunktion aus Mars, Jupiter und dem Südknoten auf. Rund um den 9. November treffen also viele Energien aufeinander, die uns einladen, alte Muster und Identitäten zu hinterfragen und uns bewusst für das zu entscheiden, was wirklich zu uns passt. Nutze diese Zeit als Initiation, um alte Rollen abzulegen und mit klarem Fokus und innerer Stärke neue Wege zu gehen.
Regenerationskraft und innere Stärke
Der Skorpion ist das Zeichen der tiefen inneren Reinigung, der Metamorphose und der Regeneration. Er steht für jene Stärke, die aus dem Inneren erwächst, wenn wir uns den schwierigen Erfahrungen des Lebens stellen, anstatt vor ihnen davonzulaufen. Kein anderes Zeichen begleitet uns so zuverlässig durch die Dunkelheit und führt uns danach wieder ins Licht.
Die letzten Wochen waren für viele von uns herausfordernd. Rund um den Vollmond im Stier haben sich Dinge aus unserem Leben verabschiedet, manchmal ganz plötzlich und oft schmerzhaft. Doch wenn sich etwas nicht mehr festhalten lässt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass es uns nicht mehr weiterbringt. Die zwei Wochen seit dem Vollmond dienten der Integration und Regeneration, und genau dieser Prozess erreicht jetzt beim Neumond im Skorpion seinen Höhepunkt.
Frage dich also rund um den 9. November, wie du die vergangenen Wochen erlebt hast. Was hast du durchgestanden? Welche Stärke hast du in dir entdeckt, von der du vorher vielleicht gar nichts wusstest? Es ist wichtig, dass du deine eigene Regenerationskraft und dein Durchhaltevermögen ganz bewusst anerkennst. Denn auch wenn noch nicht alles verarbeitet ist, bist du durch diese Zeit klarer und entschiedener geworden.
Dieser Neumond zeigt dir, dass die Erschütterungen der letzten Wochen Konsequenzen hatten, und dass du nun bereit bist, sie zu tragen. Vielleicht erkennst du, dass bestimmte Dramen in deinem Leben jetzt enden dürfen, weil du nicht länger mitspielst. Um diesen Schritt gehen zu können, hast du die Erfahrungen der letzten Wochen gebraucht.
Alte Gedanken und alte Wunden
Seit dem 3. Oktober ist Venus rückläufig, zuerst im Skorpion und nun in der Waage. Gerade im Skorpion hat sie uns mit alten Verletzungen konfrontiert, mit Selbstbildern, die aus schmerzhaften Erfahrungen der Vergangenheit entstanden sind, und mit Beziehungsdynamiken, die wir eigentlich längst hinter uns lassen wollten. Dabei ging es nicht nur um romantische Beziehungen. Auch die Beziehungen zu unserer Familie, zu engen Freundinnen und Freunden, zu Kolleginnen oder Geschäftspartnern haben uns in dieser Zeit viel gespiegelt. Vieles, was wir lange verdrängt hatten, ließ sich nicht länger übersehen.
Auch Merkur ist rückläufig im Skorpion und kann eine spürbare mentale Schwere mit sich bringen. Vielleicht hast du bemerkt, dass du dich in alten Gedankenschleifen verfängst, dass dich Sorgen und Worst-Case-Szenarien stärker beschäftigen als sonst oder dass du abends nur schwer zur Ruhe kommst. Möglicherweise nimmst du auch den Schmerz und die Ungerechtigkeit in der Welt intensiver wahr als gewohnt. All das hängt damit zusammen, dass die Skorpion-Energie gerade sehr viel aus der Tiefe an die Oberfläche holt.
Es ist gut möglich, dass dich in dieser Zeit auch Worte anderer Menschen länger beschäftigen als sonst. Eine kritische Bemerkung kann dich dann tagelang begleiten, weil es dir schwerfällt, dich davon zu lösen. Frage dich in solchen Momenten, welches alte Muster dadurch berührt wird und was dieser Gedanke dir eigentlich zeigen möchte. Und dann erlaube dir, ganz bewusst Stopp zu sagen. Negative Gedanken stellen sich oft wie von selbst ein, doch du kannst dich jederzeit dafür entscheiden, ins Vertrauen zu gehen. Vertrauen darauf, dass du geführt bist und dass sich die Dinge zum richtigen Zeitpunkt fügen, auch wenn sie länger dauern als geplant.
Am 13. November wird Merkur direktläufig, am 14. November folgt ihm Venus. Nutze die Tage rund um den Neumond, um diese Phase zu reflektieren. Mit welchen Gefühlen warst du konfrontiert? Welche alten Geschichten haben sich noch einmal gezeigt? Und welche Erkenntnisse nimmst du daraus mit?
Alte Identitäten und die eigene Handschrift
Im Löwen formiert sich in dieser Woche eine besonders kraftvolle Konjunktion. Am Donnerstag, den 12. November, verbindet sich Jupiter mit dem Südknoten, am Samstag, den 14. November, tut Mars es ihm gleich. Diese Konstellation baut sich bereits seit Wochen auf und wird auch noch einige Wochen nachwirken.
Der Südknoten steht für das Vertraute, für die Rollen und Verhaltensweisen, die wir aus der Vergangenheit mitbringen und in denen wir uns sicher fühlen.
Jupiter vergrößert alles, was er berührt, und verstärkt deshalb gerade diese alten Identitäten in uns. Das kann sich zunächst unangenehm anfühlen, doch es geht allein darum, dass wir endlich klar erkennen, womit wir uns noch identifizieren und ob das wirklich noch zu uns passt. Mars bringt die nötige Kraft mit, um uns aus Mustern zu befreien, die wir längst überholt haben.
Es ist möglich, dass dir in dieser Zeit bewusst wird, wie sehr du dein Leben nach den Vorstellungen anderer ausgerichtet hast. Hast du wichtige Entscheidungen getroffen, weil sie dir entsprechen oder weil andere sie für richtig halten? Wie sehr trägt dein Leben deine eigene Handschrift? Diese Fragen können Druck erzeugen, besonders in Beziehungen und im beruflichen Bereich. Doch genau hier zeigt sich, wie wertvoll die Venus-Rückläufigkeit der letzten Wochen war. Wir hatten Zeit, unsere Werte, unsere Standards und unsere Grenzen gründlich zu überprüfen. Jetzt dürfen wir aus diesen Werten heraus entscheiden.
Gegenüber dem Südknoten steht der Nordknoten im Wassermann, der uns noch die nächsten eineinhalb Jahre begleiten wird. Er lädt uns ein, unsere Einzigartigkeit anzuerkennen und uns mit dem zu verbinden, was uns von anderen unterscheidet. Manchmal braucht es dafür etwas Abstand zur Gruppe, um herauszufinden, wer wir unabhängig von den Erwartungen anderer sind. Wenn wir in unserer Individualität angekommen sind, können wir uns wieder in die Gemeinschaft einbringen, ohne uns darin zu verlieren. Der Nordknoten im Wassermann fragt uns außerdem, wie wir mit anderen gemeinsam etwas erschaffen können, wo wir Verantwortung teilen und für eine gemeinsame Vision losgehen dürfen.
Vielleicht stehst du gerade vor einer großen Entscheidung, sei es in einer Beziehung oder in deinem Berufsleben. Dafür gibt es kein Patentrezept, das für alle gilt. Entscheidend ist, dass du aus dir selbst heraus und aus den Werten entscheidest, die sich in den letzten Wochen für dich geklärt haben.
Loslassen statt Festhalten
Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Jahres habe ich einem Menschen mit Skorpion-Sonne zu verdanken, den ich sehr schätze. Er hat mir einmal gesagt, dass Hoffnung Leid aufrechterhalten kann. Im ersten Moment wollte ich dem widersprechen, denn Hoffnung ist doch etwas Wunderschönes. Doch der Gedanke hat mich lange beschäftigt, und irgendwann habe ich verstanden, was gemeint war. Wenn wir immer weiter darauf hoffen, dass sich eine Situation doch noch so entwickelt, wie wir es uns wünschen, halten wir an einem bestimmten Ausgang fest. Und genau dieses Festhalten sorgt dafür, dass sich eine leidvolle Geschichte immer weiter fortsetzt.
Es geht also nicht darum, die Hoffnung aufzugeben, sondern die Anhaftung loszulassen. In dem Moment, in dem wir aufhören, uns an ein bestimmtes Ergebnis zu klammern, bekommt das Leben wieder Raum, uns zu überraschen. Frage dich rund um diesen Neumond, wo du gerade an einer Hoffnung festhältst, die dich eigentlich mehr Kraft kostet, als sie dir schenkt.